Killerspiele am Computer zu spielen ist keine Sache von Außenseitern

Das stellte der ehemalige Student Sebastian Todt schon 2007 in seiner Diplomarbeit fest.

Rund 75 Prozent der Schüler machen Computerspiele und fast alle von denen auch Killerspiele – unter den Schülerinnen spielen immer mehr, aber nur jede zehnte auch Ego-Shooter

schreibt SZ-Redakteur Harald Knitter in seinem Artikel und zitiert Todt:

Das widerspricht der Annahme, dass spezielle soziale Verhältnisse zu dem Spielen von Ego-Shootern wie Counterstrike oder Far Cry führen. Es spielt auch, wer sich integriert fühlt. Viele spielen im Team miteinander oder in Gruppen gegeneinander. Bei LAN-Partys schalten sie Computer zusammen. Es entstehen sogar virtuelle Bekanntschaften mit Spielern, die sie nur über das Netz kennen.

Interessant ist dabei, das Todt laut Artikel selber hin- und wieder Ego-Shooter spielt. Weshalb es mich wundert, dass er annimmt der Konsum solcher Spiele sei auf soziale Verhaeltnisse zurueckzufuehren.

Auf Sol.de heisst es zu der Arbeit noch:

Ob jemand vor kurzem selbst jemanden tätlich angegriffen hat, spielte keine Rolle. Wohl aber, ob er selbst kürzlich von jemandem gewaltsam angegriffen wurde: Unter den Opfern ist der Anteil der Ego-Shooter-Spieler höher.

Das lasse ich einfach mal unkommentiert im Raum stehen. Wie zuverlaessig eine solche Aussage aus einer Diplomarbeit ist moege bitte jeder fuer sich selbst entscheiden. Doch natuerlich kann das Thema nicht gaenzlich objektiv betrachtet werden. So ist dem Artikel auf Sol.de noch eine Meinung des Verfassers angehaengt (der wie beim SZ-Artikel Harald Knitter zu sein scheint):

Meinung
Ignorieren geht nicht mehr

Ob Killerspiele auf dem Computer harmlos oder gefährlich sind, kann die Diplomarbeit nicht lösen.

(soweit, so gut.)

Selbst große Studien haben Probleme, Ursache und Wirkung zu beweisen.

(Stimmt)

Aber die Erhebung der Nutzung zeigt, dass die meisten Jugendlichen am Computer spielen und von denen praktisch alle auch Ego-Shooter spielen: nicht Einzelne, nicht einzelne Gruppen, sondern fast alle.

(Ja, ist doch klar.)

Das Ergebnis stammt nicht von irgendwo, sondern von hier: Saarlouis und Nalbach.

(Richtig, schockierend?)

Da ist es ein Muss, dass sich Eltern und Lehrer damit befassen, womit ihre Kinder und Schüler ihre Zeit verbringen, und einen vernünftigen Umgang damit garantieren.

(Eher Eltern als Lehrer. Aber das Eltern sich ruhig mal mit ihren Kindern auseinandersetzen sollten, ist jetzt nicht unbedingt etwas was man speziell auf Computerspiele beziehen muss. Aber jetzt gehts los:)

Denn auch ohne Wissenschaft ist klar: Keiner darf ganz in die Welt des Schreckens abtauchen, die nur Gewalt als Lösung kennt. Sonst vermengen sich Realität und Scheinwelt.

Bitte was, Herr Knitter?! Man beachte: Kein Konjunktiv. Alles was er im voherigen Absatz richtig und journalistisch zufriedenstellend festgestellt hat, negiert der gute Herr hier und erinnert mich in seiner Ignoranz von Forschungsergebnissen schon fast an kreationistische Denkweisen.

Das Frustrierende daran ist,  dass bei all den Versuchen der Aufklaerung selbst Leute die diese Studien wirklich lesen und sich damit auseinandersetzen scheinbar keinen Deut von ihrer bisherigen Meinung abweichen.

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2 Antworten to “Killerspiele am Computer zu spielen ist keine Sache von Außenseitern”

  1. talk jugend Says:

    […] Killerspiele am Computer zu spielen ist keine Sache von … […]

  2. talk jugend » : Wir müssen Killerspiele verbieten, um unsere Jugend zu schützen! Says:

    […] Killerspiele am Computer zu spielen ist keine Sache von … […]

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