Interview mit Herrmann

Gulli.com hatte die Gelegenheit, ein Interview mit Joachim Herrmann. Dort gibt er zum einem eine Definition fuer „Killerspiele“:

Killerspiele sind Computerspiele von abstoßender Brutalität und Grausamkeit. Sie gehören verboten, weil sie Gewalt verherrlichen. Es sind Spielprogramme, die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen darstellen und den Spieler selbst in die Rolle des Killers versetzen.

und gibt auch endlich mal so etwas wie Quellen an. Zumindest verweisst er auf die Wissenschaftler Dr. Gentile (Iowa), Dr. Hopf (München), Professor Dr. Huber (Tübingen), Dr. Weiß (Stuttgart), Dr. Ingrid Möller (Potsdam), Dr. Mösle (Hannover) und Prof. Dr. Pfeifer (Hannover) die in aktuellen Studien bewiesen haben sollen, dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen steigender Gewaltsbereitschaft und dem Konsum von „Killerspielen“ besteht. Weiter sagt er, es sei „wissenschaftlich durchaus belegt, das bei Personen, die täglich mehrere Stunden am Computer spielen, Schwierigkeiten auftreten, die Realität von der fiktiven Spielewelt zu trennen„.

Auf die Frage zum Kinderpornovergleich gibt er an:

Ich möchte betonen, dass sich der Vergleich von Killerspielen mit Kinderpornografie nur auf die Schädlichkeit für den Nutzer bezieht. Demgegenüber wirkt sich der Konsum von Kinderpornos auch direkt auf die Herstellung der Filme und damit auf die geschändeten Kinder aus, und besitzt in dieser Hinsicht selbstverständlich eine ganz andere Qualität.

und bestaerkt mehrfach, dass Killerspiele von der Gesellschaft geaechtet werden sollten, und dass er genau dass erreichen moechte. Und wuenscht sich ein EU-weites (Werbe-)Verbot von Killerspielen, damit diese fuer die Publisher nicht mehr ertragreich werden.

Mal gucken ob ich die Woche mal Zeit finde, mich mit den genannten Wissenschaftlern auseinander zu setzen. Zumindest liefert er endlich mal etwas, womit man evtl. arbeiten kann.

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2 Antworten to “Interview mit Herrmann”

  1. Alrik Says:

    Eine Definition von Killerspiele ? Sorry, aber da sollte der Mann genauer werden.
    Von einem Juristen und Innenminister sollte man eine genauere, rechtsverbindliche Definition erwarten können.
    Wann genau wird Brutalität und Grausamkeit so schlimm, das sie Gewalt verherrlichen ?
    Kann selbst dann noch das Werk als schützenswerte Kunst angesehen werden ?
    Selbst dann kann es IMHO immer nur um das einzelne Spiel gehen, nicht gleich um eine ganze Gruppe.

    Zudem ist seine Definition so unspezifisch, das sie auf alles angewendet werden kann. Beispiel:
    Schundromane sind Bücher von abstoßender Brutalität und Grausamkeit. Sie gehören verboten, weil sie Gewalt verherrlichen. Es sind Bücher, die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen darstellen und den Leser selbst in die Rolle des Killers versetzen.

    Negermusik ist Musik von abstoßender Brutalität und Grausamkeit. Sie gehört verboten, weil sie Gewalt verherrlichen. Es sind die Texte die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen beschreiben und den Hörer selbst in die Rolle des Killers versetzen.

    Pornographie ist von abstoßender Brutalität und Grausamkeit. Sie gehört verboten, weil sie Gewalt verherrlichen. Es sind Filme, die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Männer oder Frauen darstellen und den Zuschauer selbst in die Rolle des Vergewaltigers versetzen.

  2. kraid Says:

    „Ich möchte betonen, dass sich der Vergleich von Killerspielen mit Kinderpornografie nur auf die Schädlichkeit für den Nutzer bezieht. “

    Inwieweit schadet man sich oder anderen denn mit dem spielen von „Killerspielen“?

    „Demgegenüber wirkt sich der Konsum von Kinderpornos auch direkt auf die Herstellung der Filme und damit auf die geschändeten Kinder aus, und besitzt in dieser Hinsicht selbstverständlich eine ganz andere Qualität.“

    Genau, und zwar liegen da Welten dazwischen und deshalb ist der Vergleich von „Killerspielen mit Kinderpornografie“ nicht nur jenseits jeglicher seriösität, sondern auch zutiefst verletzend für jeden Spieler, Spielejournalist und Spielehersteller.

    Aussagen wie diese verhindern schon im Vorfeld jegliche sachliche Diskusion über das Thema, aber das ist vermutlich auch die Absicht dahinter.

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