Killerspiele = Kinderpornos? Internetkultur entruestet!

Am 31ten Maerz aeusserte sich Joachim Herrmann, anlaesslich der Verleihung des deutschen Computerspielpreis mal wieder zum Thema Gewaltspiele. Ging ich in meinem eigenen Beitrag eher auf den Begriff Toetungssimulationen ein, und stempelte Rest als das uebliche blabla ab, machten mich stigma-videospiele.de und PC Games Hardware spaeter darauf aufmerksam wie drastisch und diffamierend Herrmanns Aussage bezueglich Killerspielen und Kinderpornos eigentlich ist. Eine Tatsache, die mir wohl auf Grund ihrer Absurditaet beim ersten Lesen gar nicht aufgefallen ist.

Dem entsprechend zoegerte ich auch nicht lange den Protestaufrufen ([1], [2]) zu folgen, und einen offenen Brief an Herrmanns Chef – Horst Seehofer – zu schreiben. Einen offenen Brief an Herrmann selbst hat der Betreiber von PCtreiber.net verfasst. (Nachtrag: Ein weiterer offener Brief wurde von den Betreibern der Seite Gamer-gegen-Gewalt veroeffentlicht)

Doch auch Politiker reagierten, so liesst man zum Beispiel auf Golem.de, dass der medienpolitische Sprecher der CDU Nordrhein-Westfalen Thomas Jarzombek dem Politiker die von Herrman viel geforderte Medienkompetenz abspricht und sogar soweit geht zu sagen, Herrman „[disqualifiziere] sich für die weitere Diskussion über Jugendmedienschutz in Deutschland“

Dorothee Bär (CDU/CSU) aeussert sich in einem Interview auf Gamer-gegen-Gewalt vorsichtig mit: „Ich glaube, das eine hat mit dem anderen recht wenig zu tun.

Die lautesten Proteste kommen wohl aus der „Blogosphaere“, so stellt man auf compyblog.de fest, dass Herrmann gegen Godwins Gesetz verstossen, und die Diskussion von vornherein verloren haben; ab.ge.bloggt.org kommentiert trocken mit „6, setzen“; uhle.ws schreibt: „Tragisch ist nur das Unfähigkeit und Nicht-Qualifikation für den Job keine Konsequenzen hat„; tutsi.de weisst den Leser im Artikel CSU im Vollrausch nochmal freundlich auf die anstehenden Wahlen hin; lithe.de reagiert mit gewaltverherrlichenden Kruzifixen waehrend man sich auf blogdoch.net als potentieller Amoklaeufer outetLawblog.de geht nochmal auf „unsere Gesellschaft“ ein waehrend sich Scattered.com (wie ich) den Toetungssimulationen widmet.

Einen schoener Artikel von einem ausgebildeten Redaktuer laesst sich dann noch beim Koelner Stadtanzeiger finden.

Traurig nur, dass Herrmann damit genau das erreicht hat, was er erreichen wollte (einen derart provokativer Angriff zu eben diesen Zeitpunk wird man im Innenministerium sorgfaeltig geplant hat). Bleibt nur zu hoffen, dass er fuer sein volksverhetzendes Verhaltenden endlich mal Konsequenzen spueren wird. Wenn schon nicht von der Regierung selbst, dann wenigstens am Wahltag.

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3 Antworten to “Killerspiele = Kinderpornos? Internetkultur entruestet!”

  1. sarsura80 Says:

    der brief bei pctreiber ist auch meine meinung

  2. Andre Heinrichs Says:

    Ähem. Das Compyblog heißt *nicht* compANyblog. Davon ganz abgesehen, bin ich mir ziemlich sicher, dass mein Blog von alleine gar nichts festgestellt hat.

    • Roman Says:

      Sorry, Korrigiert. Was du gegen die Formulierung hast weiss ich zwar nicht, aber da sie dich scheinbar stoert hab ich’s auch mal geaendert.

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