Von Spielern und Sportschuetzen

Seit dem Amoklauf in Winnenden, sind es sowohl die Spieler, als auch die Sportschuetzen die von Politikern und Medien fuer ihr Hobby ins Kreuzfeuer der Kritik gerieten. Doch statt eine breite Front zu bilden und der allgemeinen Hetzjagd Kontra zu geben, schieben angehoerige der jeweiligen Randgruppen die Schuld lieber der jeweils anderen zu. So heisst es von Seiten der Sportschuetzen zum Beispiel:

Bei einem Killerspiel gehe es tatsächlich um eine Motivation des Tötens, beim sportlichen Schießen dagegen um innere Konzentration im Wettbewerb – mit dem Ziel, auf einer Scheibe eine möglichst hohe Ringzahl zu schießen. (Quelle)

Waehrend man von Spielern so Aussagen hoert wie:

Also da hilft nur nen Verbot von Waffen.
Das wäre die Wurzel des Übels.

Der Amokläufer war Mitglied in einem SPORTSCHÜTZENVEREIN!!!
Quelle: http://www.focus.de/panorama/welt/amoklaeufer-von-winnenden-vater-droh en-ernste-konsequenzen_aid_379679.html
Damit erübrigt sich jede Diskussion!

Hmm, Jäger…Reale Lebewesen kaltblütig und unnütz erschiesen, sich deren Köpfe an die Wand hängen und sich nach erfolgreicher Jagt einen runterholen…ja, die sind moralisch besser als wir…!
(Übrigens, deren Lust am Morden wird durch die Fang bzw. Abschussquoten gesetzlich garantiert.)

(Zitate entnommen aus dem Forum von 4Players.de)

Das beide Parteien damit genauso blauaeugig ueber das Hobby der jeweils anderen urteilen, wie es Politiker und Medien mit dem eigenen machen, und dadurch letzten Endes nicht besser sind als eben jene Leute ueber die sie sich so lauthals beschweren, faellt dabei niemandem auf.

Ich traue Millionen von Sportschuetzen genauso zu verantwortungsbewusst mit ihrem Hobby umzugehen, wie ich Millionen von Spielern zutraue, dass sie durchaus in der Lage sind zwischen virtueller und realer Gewaltausuebung zu unterscheiden.

Waere es da nicht sinnvoller, gemeinsam gegen die blinde Verbotspolitik, wie sie Medien und Politiker propagieren zu protestieren, als sie mit gegenseitigen Schuldzuweisungen weiter anzustacheln?

Einer der wenigen sinnvollen Kommentare, die ich bisher dazu gelesen hab stammt aus einem Blog von Dominik A. Hahn. Dort heisst es in einem Artikel zu einem Zitat von SPD Mitglied Sebastian Edathy („[Es wäre falsch, die] hohe Mehrheit der legalen Waffenbesitzer, die sich korrekt verhält, unter Generalverdacht zu stellen. Das wäre unangemessen und unfair.„):

Das sehe ich genauso – allerdings sollte das in gleichem Maße für die Vielzahl an Video- und Computerspielern gelten, die nun sowohl von Seiten der Poltik als auch von den Medien unter eben diesem Generalverdacht stehen.

Richtig so.

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Eine Antwort to “Von Spielern und Sportschuetzen”

  1. Gerhard Says:

    Wir Sportschützen sind natürlich nicht bereit nach jedem Amoklauf irgendeines Geistesgestörten weiteren unsinnigen Einschränkungen unserer Sportart zuzustimmen nur um in der Öffentlichkeit gut dazustehen. Das wäre reiner Populismus. Ich halte es für grundlegend falsch sich gegenseitig die vermeintliche Schuld zuzuschieben. Wie die Diskussion bei den Meisterschützen zeigt teilen viele Sportschützen diese Meinung.

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