Offener Brief an Horst Seehofer

Sehr geeherter Herr Seehofer,

als ich gestern eine Pressemitteilung [1] des bayrischen Staatsministerums des Inneren war ich schockiert. Faengt es noch rel. harmlos an, indem Herr Herrmann Computerspiele als „Toetungstrainingssoftware“ denunziert, greift er im nachfolgenden die gesamte Spielergemeinde direkt an:

„Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.“

Heisst es da. Ich, als Spieler der so genannten „Killerspiele“ fuehle mich massiv in meiner Wuerde angegriffen, wenn Joachim Herrman mein Hobby auf eine Stufe mit dem Konsum von Kinderpornografie stellt.

Darum frage ich sie: Wie koennen sie es zulassen, dass ein von ihnen Aufgestellter Minister Millionen deutscher Buerger fuer die friedfertige (niemand der zu Hause am Computer sitzt, belaestigt waehrenddessen irgendjemanden) Ausuebung ihres Hobbys in den Schmutz zieht?

Wie kann ein Mensch noch im Auftrag des Volkes handeln, wenn er offensichtlich sein Amt fuer einen persoenlichen Feldzug missbraucht?

Wie kann jemand ein oeffentliches Amt bekleiden, der offenstichtlich zu keiner objektiven Betrachtung der Situation in der Lage ist?

Da eine (in meinen Augen bitter noetige) Absetzung des Ministers wohl kaum zur Diskussion steht, bitte ich sie zumindest innerparteiliche Schritte zu unternehmen, die Herrn Herrmann klar machen, dass man sich als Politiker in einem oeffentlichen Amt so nicht verhalten darf.

Mit freundlichen Gruessen (und ein bisschen Hoffnung, dass sich Politiker in Deutschland vielleicht doch nicht alles erlauben duerfen)

Roman Bruckner

killerspieldebatte.wordpress.com

P.S.: Dieser Brief wird mit seiner Antwort auf https://killerspieldebatte.wordpress.com veroeffentlicht werden

Quellen:

[1] http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2009/127.php

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15 Antworten to “Offener Brief an Horst Seehofer”

  1. Killerspiele = Kinderpornos? Internetkultur entruestet! « Killerspieldebatte Says:

    […] Killerspieldebatte Reaktionen und Eindruecke zum Medienrummel « Offener Brief an Horst Seehofer […]

  2. Sanchez Says:

    Ein offener Brief ist gut. Sogar sehr gut. Allerdings sollte bei einer öffentlichen Kommunikation wie dieser ein Text nochmals Korrektur gelesen werden. Ansonsten führt das nur zu weiteren (neuen) Klischees und der Brief verliert an Ernsthaftigkeit.

    Prinzipiell finde ich es aber sehr gut das wir (die Spieler) uns zu Wort melden.

  3. Roman Says:

    Habe ich eigentlich. Bin den Brief auch gerade nochmal durchgegangen und habe dabei fest gestellt, dass im ersten Absatz ein „lass“ fehlt.
    Sonst konnte ich keine Fehler finden.

    • Ixbidie Says:

      Ja, der Text zeigt wenigstens Empörung. An dieser Stelle kann ich ja gleich mal an einen Artikel aus der gamestar verweisen, der aufzeigt, das die Argumentation völlig aus der Luft gegriffen ist.

      Ich finde sehr arm, was sich solche Leute leisten und es rückt das Image der Politiker immer weiter an eine Stelle, wo es eigetnlich nicht hingehört.

      Nja, Rechtschreibfehler…bitte das nächste mal vorher nochmal durchlesen.

      Ich interessiere mich schon gar nicht mehr für diese Anschuldigungen, ich erkläre für mich solche Politiker, die wild geifernd, verbal um sich schlagen, schon als unmündig, ich glaube er braucht einfach nur aufmerksamkeit weil er sonst übersehen wird!
      Solche Leute sollten von JEDEM ignoriert werden da sie nicht sachlich und mit ausreichend Informationen begründet sind!

      Gruß
      Ixbidie

  4. Domi S. Says:

    hmm also der Brief ist inhaltlich gut und muss auch so veröffentlicht werden und es sollen alle mitbekommen, aber da sind echt noch einige fehler drin…
    also ich will nch kleinlich sein, aber bei sowas kommts da halt auch drauf an, wie ein vorredner schon meinte!

    vor allem die direkten anreden müssen groß geschrieben werden..also das „Sie“, wenn man eine person anspricht…

    dann wird das las nur mit normalem „s“ geschrieben und nich mit dem ß und schon gar nich mit ss =)

    „im Nachfolgenden“ muss groß sein

    „Heisst es da.“ ist kein satz=) und heißt ohne ss..

    und am anfang das „relativ“ würde ich nicht abkürzen=) könnt ja sonst auch religiös oderso heißen=)

    hoffe, dass ich bisschen helfen konnte..alles nicht persönlich nehmen, sondern als hilfestellung und meinen beitrag zum brief;)

    lg domi

  5. Roman Says:

    Engl. Tastaturlayout, da ist „sz“->“ss“ eigentlich ueblich (daher auch die ganzen „ue“s, „ae“s, „oe“s 🙂 ). Vielleicht sollte ich mir fuer’s naechste Schreiben mal wieder eines besorgen, das Umlaute unterstuetzt.
    Das mit dem grossem „Sie“ ist natuerlich richtig, Mist…
    Naechstes mal vielleicht erst posten, und ein, zwei Tage spaeter absenden. Aber mit den unglaublichen Besucherzahlen hab ich auch nicht gerechnet (Die Tagesbesucherzahlen haben sich, Computer Bild und PC Games Hardware sei dank, gegenueber den letzten Tagen jetzt schon verfuenfacht)
    Ach, und persoenlich nehm ich gar nichts, konstruktive Kritik ist hier immer willkommen. Nur fuer den Beitrag hier ist es jetzt leider zu spaet 🙂

  6. Domi S. Says:

    okey, das freut mich! und mit dem layout haste natürlich recht;)
    ja is doch umso besser mit den besucherzahlen – das ist ein gutes indiz dafür, dass sich wirklich viele leute jetzt dieser sache annehmen, bzw. sich mit ihr auseinandersetzen und das ist nur erfreulich!

    auf jeden fall wird diese aussage des ministeriums (der minister ist ja nur die „sprechblase“ sozusagen, dahinter sitzen ja diverse arbeitskreise, die solch tolle ansprachen „ausarbeiten“, aber ansdcheindend ist bei denen auch grad kurzarbeit angesagt und allerlei sparmaßnahmen – vorallem an sachlich richtigen, unmissverständlichen und angemessenen aussagen! aber das nur am rande ;-)) noch (hoffentlich) diverse folgen mit sich tragen!

    und ein solcher brief, bzw. alle anderen konstruktiven kommentare auch im pcgh forum, woher ich komme, sind genu der richtige weg auf diese art von aussagen zu reagieren!

    mfg und weiter viel spaß beim diskutieren und kämpfen!

    dominik

  7. Mario Says:

    Prinzipiell sehr gut.
    Wie oben schon erwähnt, die Rechtschreibfehler machen natürlich
    keinen sehr guten Eindruck, aber jetzt ist’s halt zu spät.

    Und wo ist die Petition? 😉

    Gruß Mario

  8. Alrik Says:

    Herr Herrmann ist als Innenminister ungeeignet.

    Natürlich stellt niemand das Verbot von Kinderpornographie in Frage.
    Aber nicht weil Kinderpornographie schädliche Auswirkungen auf den Konsumenten hat.

    Sondern weil bei der Herstellung von Kinderpornographie Kinder Vergewaltigt werden.

    Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem Verbrecher, der Kinderpornographie benutzt um Geld zu machen, und einem Politiker der Kinderpornographie benutzt um Stimmen zu bekommen ?

  9. Sanchez Says:

    Hallo Roman,

    reden wir nun nicht mehr über die Rechtschreibung. Sowas passiert. 😉
    Mich würde eher eine eventuelle Antwort vom Herrn Seehofer interessieren. Ich rechne zwar nicht mit einer, aber sollte tatsächlich eine Reaktion stattfinden würde die mich brennend interessieren.
    Sollte es keine rechtlichen Schwierigkeiten geben wär ich dir sehr dankbar wenn du die Antwort posten könntest.

    Mfg,

    Marco

    • Roman Says:

      „reden wir nun nicht mehr über die Rechtschreibung. Sowas passiert.“
      Ist ja auch nicht so, dass der Brief vor lauter Fehlern unleserlich wird… bis auf „im Nachfolgenden“, das eine vergesse Wort und die Sache mit dem „Sie“, „sie“ bin ich mir sonst keiner Fehler bewusst…

      Antwort wird, wie im PS erwaehnt hier veroeffentlicht sobald ich sie kriege. Da ich das auch ausdruecklich im Brief selbst erwaehnt hab, wird das gesetzlich keinerlei Probleme machen.

  10. Ernst August Says:

    Mann, Mann, Mann. So sehr ich diesen Brief prinzipiell befuehrworte… RECHTSCHREIBUNG!!!!! und nicht Tomaten auf den Augen:

    geeherter >> geehrter
    bayrischen >> bayerischen
    Staatsministerums >> Staatsministeriums
    im nachfolgenden >> im Nachfolgenden
    sie (Anrede) >> Sie
    Heisst es da >> heisst es da
    Ich, >> kein Komma
    ihnen Aufgestellter >> Ihnen aufgestellter
    offenstichtlich >> offensichtlich

    das fehlende „las“ im ersten Satz hast ja selber bemerkt, aber die Vergangenheit von „lesen“ schreibt man nicht mit 2xs.
    Ja, und Killerspieledebatte, nicht Killerspieldebatte.
    Die Ausrede mit der Tastatur ist laecherlich, denn:
    a) In Windows gibt es das CharMap Utility und ein On-Screen Keyboard, bei dem das Layout nach Belieben eingestellt werden kann.
    b) Kann man die fehlenden Umlaute aus jedem beliebigen deutschen Text kopieren.

    Ansonsten solltest du dir mal ueberlegen, warum Herr Seehofer erst gar nicht an der Preisverleihung fuer den Computerspielepreis teilgenommen hat, bevor du dir irgendwelche Hoffnungen machst 😉

    • Roman Says:

      Oha, ist ja doch einiges :/
      Der Brief wurde uebrigens vor der Preisverleihung geschrieben.
      Und Umlaute kopieren ist mir fuer einen derart langen Text zu umsaendlich. Oe, ue, ae und ss zu verwenden ist richtig, spricht also nichts dagegen selbiges zu verwenden

  11. Pantau Says:

    Folgender Brief wurde vor einigen Tagen an die Bayerische Staatsregierung gesendet:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    für Herrn Innenminister Herrmann ist es laut Pressemitteilung „wissenschaftlich klar erwiesen, dass der andauernde Konsum derartiger [Computer-]Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt.“

    ( Quelle: http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2009/127.php )

    Da mir keine einzige Quelle bekannt ist, wonach dies „wissenschaftlich klar erwiesen“ ist, hätte ich hierfür gerne eine beispielhafte Quellenangabe von nur einer wissenschaftlichen Veröffentlichung, welche zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt und weshalb beispielsweise die von mir genossene staatliche Zwangsausbildung zum mitleidlosen Töten (Bundeswehr) diese oben beschriebene Wirkung nicht haben soll.

    Zudem möchte ich darauf aufmerksam machen, dass im Zuge von „LAN-Partys“ es keinen einzigen Fall gibt, bei dem die Polizei wegen gewaltsamer Ausschreitungen eingreifen musste – übrigens im Gegensatz zu Fußballspielen, in deren Umfeld es in der Bundesrepublik erwiesenermaßen bereits etliche Tote gab – komischerweise fordert kein Politiker, Fußball zu verbieten.

    Zudem würde mich interessieren, weshalb von den Millionen Wehrmachtveteranen, welche nun wirklich ohne Zweifel zum „mitleidlosem Töten“ erzogen wurden und dies auch Jahrelang praktizieren mussten, es nach dem Kriege nur einen einzigen Fall eines amoklaufenden Veteranen gab (am 11. Juni 1964 in Köln ). Ist Herr Herrmann der Meinung, dass Computerspiele stärker traumatisieren als der Zweite Weltkrieg?

    Ich selber habe noch im Studium diese Spiele gespielt und habe als junger mehrfacher Familienvater und Diplomingenieur heute andere Präferenzen – nach der Mitteilung von Herrn Herrmann und die angeblichen „wissenschaftlichen Nachweise“ mache ich mir jedoch Sorgen über verborgene potentielle Traumatisierungen, welche möglicherweise in mir schlummern.

    Daher nochmals die Bitte meinerseits nach wenigstens einer ernsthaften Veröffentlichung mit besagtem „eindeutigen Nachweis“

    Mit freundlichen Grüßen
    ——————

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