Keine Geschäfte mit Tötungstrainingssoftware

So fordert es der selbsternannte „Killerspiel“-Experte und bayrische Innenminister Joachim Herrmann in einer Pressemitteilung.

Ich fordere die Computerspielbranche auf, den schönen Worten endlich Taten folgen zu lassen und auf Herstellung und Vertrieb von Killerspielen in Deutschland freiwillig zu verzichten. Killerspiele gehören bislang zu den intensiv beworbenen Hauptumsatzträgern der Branche. Mit derartiger Tötungstrainingssoftware, die zum Beispiel von der US-Army zur Vorbereitung von Soldaten auf Kampfeinsätze verwendet wird, dürfen in Deutschland keine Geschäfte mehr gemacht werden.

Wird er dort zitiert. Ob er die Geschichte mit der Toetungstrainingssoftware jetzt von Herrn Lindlau uebernommen hat, sei mal dahingestellt. Das einzige was ich bisher zu dem Thema gefunden hab, ist ein etwas angestaubter Artikel auf Heise.de (Hat da vielleicht jemand andere Quellen?). Dort heisst es, dass die USA die Engine eines tschechischen Spieleentwicklers aufgekauft hat, um auf Basis dieser Trainingsprogramme fuer ihre Soldaten zu erstellen.

Jedoch trainieren die Soldaten mit Hilfe dieses „Game after Ambush“ genannten Systems nicht etwa das toeten an sich, sondern das Verhalten auf dem Schlachtfeld. So koennen Manoever und Ausnahmesituationen auf topografisch korrektem Gelaende spielerisch trainiert werden. Dass das ganz gut funktioniert, zeigte unter anderem ein Beitrag des ZDFs.

Der Rest ist im Wesentlichen das von Herrmann gewohnte Blabla. „Killerspiele“ sind schaedlich (und er habe Beweise dafuer), zerstoeren unsere Jugend, gefaehrden unsere Gesellschaft und sind selbstverstaendlich vergleichbar mit Kinderpornografie.

Positiv hervorzuheben ist, dass sich der Autor von der Meinung Herrmanns distanziert, und nicht wie zum Beispiel ein gewisser Fokusautor blind auf den Propagandazug aufspringt.

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2 Antworten to “Keine Geschäfte mit Tötungstrainingssoftware”

  1. Hybris Says:

    Joachim Herrman sollte zuerstmal
    a) eine präzise Definition für den polemischen Begriff „Killerspiele“ liefern
    b) die genauen Spiele benennen die angeblich vom US-Militär eingesetzt werden

    Dann kann man da vielleicht mal drüber reden, ansonsten ist das nur die übliche heiße Luft.

  2. Killerspiele = Kinderpornos? Internetkultur entruestet! « Killerspieldebatte Says:

    […] Verleihung des deutschen Computerspielpreis mal wieder zum Thema Gewaltspiele. Ging ich in meinem eigenen Beitrag eher auf den Begriff Toetungssimulationen ein, und stempelte Rest als das uebliche blabla ab, […]

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